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Borreliose und Jugendliche – unsere Facebook-Jugendgruppe

Der Großteil der Jugendlichen bewegt sich wie selbstverständlich im Internet, ganz besonders in sozialen Netzen wie Facebook. Dort, wo viele Jugendliche bereits sind, holen wir die Jugendlichen ab. Dazu haben wir eine Facebook-Jugendgruppe gegründet. In dieser nicht-öffentlich zugänglichen Gruppe bleibt die Privatsphäre unserer Jugendgruppenmitglieder gewahrt.

Bisher fehlt in Deutschland und vielen anderen Ländern ein adäquates Angebot für borreliosekranke Jugendliche. Sie stehen mit ihrer Problematik meist mutterseelenalleine da. Und das in einer Lebensphase, die geprägt ist von Selbstfindung, von Abgrenzung zum Elternhaus – schon für einen „normalen“ Jugendlichen keine leichte Zeit. Wir erhalten Rückmeldungen von Menschen, die bereits dem Jugendalter entwachsen sind und sich ein solches Angebot in der Zeit ihrer Jugend sehr gewünscht hätten.

Angebot für borreliosekranke Jugendliche fehlt häufig

Nachfolgend einige Sätze, die Jugendliche aus unserer Gruppe „draußen“ häufig zu hören bekommen:

  • „Jeder kann sich mal nicht konzentrieren“
  • „Du hast doch bloß Angst vor Kritik, das ist doch Dein wahres Problem“
  • „Alles psychosomatisch“
  • „Sei einfach mal umsichtiger“
  • „Du gaukelst uns das alles nur vor“
  • „Du weißt doch nur nicht was Du willst“
  • „Ich wette, Du wirst jede weitere Ausbildung genauso abbrechen, weil Du einfach mit anderen nicht klar kommst“
  • „Du bist doch schon seit Jahren krank, psychisch“

Es ist für Jugendliche unendlich schwierig, die Klippen der Pubertät zu umschiffen und gleichzeitig mit einer Krankheit beschäftigt zu sein, die auf wenig Verständnis in ihrem Umfeld trifft. In einer Zeit in der Gleichaltrige feiern gehen, müssen sie oft zuhause bleiben, weil sie unter Schmerzen leiden oder zu erschöpft sind, um an solchen Aktivitäten teilnehmen zu können.

Eine erste gemeinsame Aktion haben wir in der Jugendgruppe bereits erfolgreich hinter uns gebracht. In einem Schreiben an für uns wichtige Ärzte haben sich unsere Jugendlichen vorgestellt und ihre Intentionen und Gedanken aufgeschrieben. Das Feedback dazu hat uns sehr gefreut. Wir erhielten Anrufe und Unterstützungsangebote – dafür möchten wir uns auch an dieser Stelle herzlich bedanken. 🙂

Eine Bitte an die Erwachsenen: Geben Sie betroffenen Jugendlichen die Chance, auf Gleichgesinnte zu treffen und zwar dort, wo sie sich eh‘ befinden – im Internet auf Facebook. Um in die Gruppe aufgenommen zu werden, müssen uns die Jugendlichen lediglich eine Mail an: jugend@onlyme-aktion.org schicken.

Und vergessen Sie nicht: Gerade Kinder und Jugendliche sind von Borreliose ganz besonders betroffen, wie die jüngste Studie des Robert Koch-Instituts belegt.  Bereits erschreckende sieben Prozent der 14- bis 17-Jährigen sind demnach bereits mindestens einmal von einer borrelien-infizierten Zecke gebissen worden. Siehe auch: http://onlyme-aktion.org/informieren-2/lyme-borreliose-und-kinder/ und http://onlyme-aktion.org/wp-content/uploads/2012/06/Borreliose-nun-auch-Thema-im-US-Wahlkampf.pdf

 

 

 



5 comments

  1. Vielen lieben Dank für diesen Beitrag, der fast noch immer zu harmlos klingt. Es war eine der besten Ideen überhaupt, diese Gruppe zu gründen, denn nichts ist in Zeiten schwerer Krankheit wichtiger, als die Gewissheit um Menschen, die einen verstehen und den Kampf, der für einen selbst so auswegslos scheint, besser bewältigen und damit Kraft und Zuversicht geben.

  2. Ich möchte noch betonen, dass auch die beiden gezeichneten Bilder in unserer Jugendgruppe entstanden sind. Ist halt doch eine kreative Gruppe. Mädels und Jungs – ihr seid toll!!!!!

  3. Liebe Mitleidenden,

    ich bin 17 und chronisch an Borreliose erkrankt, der LTT bestätigte diesen Umstand eindrücklich!
    Ich bin so derbe erschöpft, das gibt es nicht, meine Lehrer halten mich für bekloppt und meine Eltern verachten mich, da sie mich für faul und asozial halten und meine Peers ignorieren mich völlig!
    Habe schon diverse Aufenthalte in Klapsen hinter mir und die Neurologen stellen mich als paranoiden Hypochonder hin, der nur den Krankenkassen zur Last fällt!
    Habt Ihr Erfahrungen mit Alternativmedizin bei kognitiven Störungen, die mit Lyme zusammenhängen?
    Ist sie so gefährlich wie die Syphilis?
    Bringt eine Antibiose im Spätstadium überhaupt noch was oder geht es nur noch um die Anerkennung für Sozialgerichte und Sozialämter?

    Gruß
    Timo

  4. Timo,

    such Dir doch einfach eine naheliegende Selbsthilfegruppe. Im Gespräch mit anderen lassen sich viele Punkte befriedigender klären, als es hier schriftlich möglich ist.

    LG
    Daniel


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