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Borreliose: Bericht über den Vortrag von Dr. Bennefeld/ SHG Leipzig

Hier der Bericht von Wiebke Friedrich – SHG Leipzig – über den Vortrag von Dr. med. Bennefeld. Vielen Dank, Wiebke! 🙂

Im Rahmen der jährlichen Sonderveranstaltung der Borreliose-Selbsthilfegruppe Leipzig hielt am 29. September 2012 der Borreliose-Spezialist Dr. med. Harald Bennefeld – Facharzt für Neurochirurgie/ Sportmedizin und Chefarzt der neurologischen Klinik in Gyhum – einen Vortrag. Dieser Vortrag stand unter dem Thema „Therapie der Borreliose, insbesondere der chronischen Neuroborreliose, aus Sicht der neurologischen Rehabilitationsmedizin, des Akut-Krankenhauses und unter speziellen neurochirurgischen Aspekten“.

Mit über 100 Teilnehmern aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt war der Ansturm größer als erwartet, so dass der Raum des Kultur- und Bürgertreffs bis auf den letzten Platz gefüllt war. Auf den Sitzplätzen lagen Informationsbroschüren zur Borreliose vom Freistaat Sachsen und von Onlyme-Aktion.org bereit.

Nach einer kurzen einleitenden Begrüßung durch den Leiter der SHG, Herrn Schlegel, bekam das Publikum – meist selbst betroffene Borreliose-Patienten – einen interessanten, ausführlichen und sehr informativen Vortrag zu hören.

Die Einleitung war dem „Überlebenskünstler“ Zecke gewidmet, mit vielen Details, die im Zusammenhang mit der Infektion selbst standen. Ein weiterer Punkt waren das nicht-standardisierte bzw. nicht einheitliche Labor sowie die Klinik und Symptome der Borreliose. Interessant war u.a. die Aussage, dass Laborkosten bei meldepflichtigen Krankheiten (z.B. Borreliose, Yersinien) unter der Code-Nr. 32006 budgetlos sind, also nicht das Budget eines Arztes belasten.

Weiter ging der für den Laien gut verständliche Vortrag mit vielen belegten Zahlen und Beispielen über vegetative Störungen, Differenzialdiagnosen, neurologische und neuropsychologische Defizite der Erkrankung. Zwischendurch bestand auch die Möglichkeit Fragen zu stellen, was aber kaum nötig war, da der Vortrag die meisten Fragen schon beantwortete. In der darauffolgenden Pause wurde Dr. Bennefeld von den Teilnehmern umringt und beantwortete noch viele persönliche Fragen zusätzlich.

Der zweite Teil des Vortrages begann mit dem Thema Co-Infektionen. Danach stellte Dr. med. Bennefeld die Vor- und Nachteile der ambulanten und stationären Behandlung gegenüber, erklärte die Nachbehandlung z. B. im Rahmen einer Reha und persönlich ergänzende Maßnahmen. Ein Therapieerfolg stellt sich in einer Spätphase der Erkrankung erst nach Wochen ein, da z. B. das Nervensystem Monate bis Jahre zur Regenerierung benötigt. Am Ende bestand noch die Möglichkeit zur Diskussion. Der Vortrag endete aufgrund des großen Interesses mit einer Stunde Verspätung und mit einem großen Applaus.

Zusammenfassend zeigte dieser Vortrag dem Interessenten wieder einmal auf, dass die Spätphase der Borreliose bzw. Neuroborreliose einer sehr umfangreichen Diagnostik bedarf und die Behandlung individuell daran angepasst werden sollte, um einen Heilungserfolg zu erzielen. Leider werden die meisten Kosten der Behandlung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und der Patient ist hier selbst gefragt!
Flyer der SHG Leipzig



2 comments

  1. Vielen lieben Dank für diesen Bericht, eine Frage zu dieser Aussage hätte ich noch.

    „Ein Therapieerfolg stellt sich in einer Spätphase der Erkrankung erst nach Wochen ein, da z. B. das Nervensystem Monate bis Jahre zur Regenerierung benötigt.“

    Ist hier gemeint, ein Therapieerfolg nach erfolgter Antibiose?
    Hat Hr. Dr. Bennefeld auch gesagt, ab wann man weiss das man genügend Antibiotika verabreicht hat?

  2. Da die Borreliose bei jedem andere Symtome auslöst, ist wie geschrieben eine umfangreiche Diagnostik bzw. Differenzialdiagnostik, zuzügl. ev. Co-Infekte notwendig. Danach richtet sich dann die Therapie. Die Antibiose ist nur ein Teil der Behandlung. Es gehören u.a. die Auswahl der richtigen Medikamentation, Darmsanierung, Entgiftung, Rehasport, Stärkung des Immunsystems u.v.a. ergänzende Maßnahmen dazu. Diese Maßnahmen liegen in der Ermessung des Arztes und sind Diagnoseabhänging.


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