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Borreliose-Experte Klemann – Auszüge aus seinem Vortrag bei der SHG Leipzig

Dr-KlemannAm 5. Oktober 2013 hat der Borreliose-Experte und Internist, Dr. med. Wolfgang Klemann, auf Einladung der SHG Leipzig einen aufschlussreichen Vortrag zu seiner retrospektiven, praxisinternen Studie gehalten. Die Themen waren: „Patienten mit Erregerdirektnachweis bei chronischer Lyme-Borreliose“ und „Pathomechanismen der Lyme-Borreliose“.
Dieser Einladung folgten die Interessenten derart zahlreich, dass die Nachfrage größer war als das Platzangebot. Die Selbsthilfe Leipzig verfügt nur über begrenzte Mittel für Vorträge. Dieser Vortrag wurde beispielsweise durch die Unterstützung der AOK Plus und des Gesundheitsamts ermöglicht). Vor diesem Hintergrund bittet die SHG um Verständnis und bedauert sehr, dass leider nicht alle Interessenten einen Sitzplatz erhalten konnten (der Raum ist nur für 100 Personen ausgelegt; 135 konnten mit Sitzplätzen versorgt werden). Interessierte sind jederzeit herzlich eingeladen, zu den Gruppentreffen der SHG zu kommen, die jeden vierten Donnerstag im Monat stattfinden.
Kontakt:
Borreliose-SHG Leipzig
Herr Gert Schlegel (Leiter der SHG Leipzig)
Telefon: 0341/3382155
Fax: 0341/3339708
Leipzig3Herr Schlegel, Leiter der SHG, eröffnete den Vortrag mir einer kurzen Zusammenfassung über die aktuellen Neuigkeiten, über das BFBD-Manifest und die neuen BFBD-Magazine sowie die letzten Aktivitäten der Borreliose-SHG-Leipzig, unter anderem auch über die Teilnahme an der Protest-Demonstration in Berlin, die von OnLyme-Aktion.org initiiert und organisiert worden war. Siehe auch: http://onlyme-aktion.org/borreliose-patienten-demonstrieren-in-berlin-fur-bessere-medizinische-versorgung/
Leipzig_2Der Vortrag von Dr. Klemann begann mit einer kurzen Einleitung zur Problematik der zwei konkurrierenden Behandlungsleitlinien und dem damit verbundenem Meinungsstreit. Siehe hierzu auch: http://www.dr-w-klemann.de/htmldocs/neuigkeiten-publizierte-leitlinien-der-borreliose.htm
„Pathomechanismen der Lyme-Borreliose“
Pathomechanismen sind naturwissenschaftlich erklärbare Abläufe eines krankhaften Prozesses. Im Rahmen seiner Praxis-Studie gab Dr. Klemann einen Überblick zur Klinik, Labordiagnostik, Antibiotikatherapie und den Krankheitsverlauf der Lyme-Borreliose. Sehr anschaulich zeigte er am Beispiel eines kleinen roten entzündeten Äderchen im Auge auf, wie sich die Erkrankung in der inneren Wandschicht der Gefäßwand (die Gefäßwand besteht aus mehreren Schichten) eines solchen Äderchens abspielt.Unser Körper werde, so Klemann, von lauter winzigkleinen Äderchen versorgt – dabei kann es sich auch um die Gefäßwand der Nerven handeln.
Borrelien sind Bakterien, die sich aktiv ins Gewebe bohren können und wenn sie nicht im Blut eliminiert werden, ziehen sie sich auf diese Weise ins Gewebe zurück. Damit können sie sich dem Mechanismus der Antikörperbildung entziehen. Des weiteren sind sie Verwandlungskünstler und können beispielsweise zystische bzw. granuläre Formen annehmen. Oder sie bilden Kolonien unter einem Biofilm. Und sie haben die Möglichkeit, sich in vermehrungsfähige Spirochäten (Schraubenform) zurück zu verwandeln. Leider sind das alles Erkenntnisse, die schwer nachzuweisen sind. Allein auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse wird jedoch klar, warum Antibiotika nicht immer wirken und man nicht bei jedem Patienten das gleiche Mittel einsetzen kann.
Ein weiteres Problem der Diagnostik ist, dass sich nur bei ungefähr 50 Prozent der Patienten eine Wanderröte ausbildet. Außerdem sind die auf dem Markt befindlichen Labortests (Serologie) nicht standardisiert und somit nicht aussagekräftig. Dr. Klemann verwies erneut darauf, dass für die Diagnose und Behandlung der Erkrankung die Klinik des Patienten ausschlaggebend sei. Werde die Behandlung in der Anfangsphase verpasst, kann sich der Erreger im Körper verteilen und die Erkrankung chronisch werden.
Das Problem der fehlenden Test-Standardisierung ist laut Dr. Klemann die schiere Vielzahl der Borrelien-Antigene, circa 150, was bedeutet, dass wir in Europa mehrere Borrelienstämme mit völlig verschiedenen Banden haben, was dazu führt, dass man letztendlich ungefähr 150 Zapfenstäbchen auf dem Westernblot untersuchen müsste.
Der einzige Erregerdirektnachweis der persistierenden Borreliose (Borrelien-DNA-Nachweis) ist durch PCR (z. B. Hautbiopsie, Gewebeprobe) möglich. Aber selbst dieser Direktnachweis gelingt nicht in allen Fällen, da genau diese Gewebsprobe befallen sein müsste, was  nicht immer der Fall sei.
105 Patienten mit einem Erregerdirektnachweis wurden in der Praxis von Dr. Klemann in Pforzheim über längere Zeiträume antibiotisch behandelt. Siehe auch: http://www.umg-verlag.de/umwelt-medizin-gesellschaft/209_kh_z.pdf Trotz jahrzehntelangem Krankheitsverlauf und vielfältiger Beschwerdesymptomatik sei es gelungen, durch eine bevorzugt intravenös applizierte antibiotische Langzeitbehandlung weitgehend beschwerdefreie Intervalle von 3-5 Jahren bei den Patienten zu erzielen – in vielen Fällen auch länger – wie sich nun im weiteren Beobachtungszeitraum gezeigt habe. Die Behandlungsdauer betrug minimal 6 Monate, maximal 6 Jahre bei intermittierender Antibiotika-Gabe.
Die Behandlungsergebnisse zeigten bei 37 % der Patienten eine totale Beschwerdefreiheit. In 56 % der Fälle konnte eine befriedigende Beschwerdebesserung erreicht werden, aber trotz monatelanger Behandlung kam es bei diesen Fällen noch zu Rezidiven, wobei durch jeweils neuerliche  3-4-wöchige Antibiosen jeweils erneut eine Besserung erzielt werden konnte. Im Verlauf kam es auf diese Weise zu immer längeren Perioden weitgehender Beschwerdefreiheit. 5-6 % der behandelten Fälle erwiesen sich als therapieresistent.
Im Anschluss an seinen interessanten Vortrag beantwortete Dr. Klemann noch zahlreiche Fragen.
Details des Vortrages von Dr. Klemann sind auch auf seiner Homepage nachzulesen: http://www.dr-w-klemann.de/htmldocs/neuigkeiten-publizierte-leitlinien-der-borreliose.htm


One comment

  1. Ich hatte 2013 einen Zeckenbiss mit Borreliose. Dr. Klemann hat mir mit seiner Therapie geholfen u jetzt bin ich beschwerdefrei. Respekt!


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